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PCB-Sanierung

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PCB (Polychlorierte Biphenyle) wurden in Deutschland bis zum Jahr 1983 produziert. Ein wirkliches Bewusstsein über die PCB-Problematik an Gebäuden entwickelte sich jedoch erst im Jahr 1989, als nach vermehrten Krankheitsfällen an einer Schule und darauffolgenden Luftmessungen, ein erhöhter PCB-Gehalt in der Luft festgestellt wurde. Dieser resultierte aus dauerelastischen Fugenmassen zwischen Betonelementen und Anschlussfugen von Fenstern, welche bis zu 30 % PCB als Weichmacher enthielten.

Neben dem Einsatz in Fugenmassen wurde PCB des Weiteren in Klebstoffen, Kitten oder Anstrichstoffen verwendet. Ebenso ist PCB in geschlossenen Bauteilen wie Transformatoren oder Kondensatoren (z.B. an alten Leuchtstofflampen ) zu finden.
 


PCB kann über die Haut (hautresorptiv), über die Atmung oder über die Verdauungsorgane aufgenommen werden und reichert sich hauptsächlich im Fettgewebe an. Die Halbwertszeit im Körper kann mehrere Jahre betragen. PCB hat eine immuntoxische Wirkung, ist Schwangerschaftsschädigend und weist ein krebserzeugendes Potential (K3) auf.

PCB darf seit 1978 nicht mehr in offenen Systemen verbaut werden. Seit 1989 gilt ein generelles Verbot des Inverkehrbringens. Lediglich in Kondensatoren wurde PCB noch bis zum Jahr 2000 eingesetzt.
 


Beim Vorhandensein von PCB-haltigen Bauteilen in offener Anwendung bspw. an Gebäudefugen etc., ist der Gebäudeeigentümer verpflichtet, Maßnahmen zur Abklärung der konkreten Gefährdung einzuleiten. Ist eine Primärquelle gefunden, ist je nach Verhältnismäßigkeit und örtlichen Gegebenheiten die Quelle zu entfernen, räumlich zu trennen, oder zu beschichten. Detailliert sind PCB-Sanierungen in der Richtlinie für die Bewertung und Sanierung PCB-belasteter Baustoffe und Bauteile in Gebäuden (PCB-Richtlinie), geregelt.

Bei Arbeiten an PCB-haltigen Baustoffen sind vor allem in Innenräumen nebst persönlichen Schutzmaßnahmen (Atemschutz, Schutzanzug, Handschuhe) auch technischen Schutzmaßnahmen erforderlich. So sind die Arbeitsbereiche staubdicht abzutrennen um Kontaminationen angrenzender Bereiche zu verhindern, ggf. eine mechanische Lüftung einzusetzen, staubarme Verfahren bei der Demontage zu verwenden, anfallende Stäube mit entsprechend gefilterten Saugern aufzunehmen und die ausgebauten Materialien in dicht zu verschließenden Behältnissen (z.B. Fässer mit Schraubdeckel) zu sammeln.